07 Thomas Flemming

8. Juli – 13. September 2012

Refugium

70. Kabinettausstellung im Kunstkabinett im Alten Rathaus

 

Vernissage: 8. Juli, 11.00 Uhr

 

Ă–ffnungszeiten: Di - So, 10-17 Uhr

 

Der Zyklus "Refugium" von Thomas Flemming beschreibt ein Experiment oder gar einen (ver)suchenden Selbstversuch. Eine hockende, sitzende oder stehende, unbekleidete Figur befindet sich auf einer bogenförmigen Lichtung im Wald. Mal ist das Dickicht des umgebenden Waldes zeichnerisch ausformuliert, mal ist die Umgebung nur erahnbar, dann wieder steht die Figur neben einem unheimlich dunklen Abgrund. Der Wald steht in seiner vielschichtigen Symbolik für das Unbekannte und Abgründige auch als Metapher für die unbekannte Mitte unseres Wesens.

Flemming Flemmings Antriebsfeder scheint dabei aber nicht die romantische Flucht vor der Zivilisation zu sein oder der Wunsch, die (Künstler-) Existenz der heutigen Zeit zu entrücken und in eine vermeintlich heilere Natur zu streben. Er sucht vielmehr Antworten auf die Frage, was geschieht, wenn einer sich aussetzt? Der Landschaft, dem Wald und vor allem sich selbst. Wie verändert er sich? Wie blickt er auf seine Umgebung, wie diese auf ihn?

Thomas Flemming stellt sich mit diesem Thema des Waldgängers oder des Eremiten in eine längere Tradition künstlerischer, literarischer und wissenschaftlicher Werke. Es gibt zahlreiche literarische Beispiele für die Suche nach Unabhängigkeit oder nach dem Eigentlichen. Der symbolischen Aufgeladenheit des Themas begegnet Flemming mit dem Verzicht auf Farben. Die Konzentration auf eine breite Palette von Grautönen bis zu tiefem Schwarz (mit hellen Lichtpunkten oder glänzenden Materialschichten) unterläuft den hohen Ton existenzieller Fragen und setzt ihre ganze Kraft in das Ergründen der unendlichen Metamorphosen seines Untersuchungsgegenstandes.